Maibaum stellen im Haus Pannonia bei der Donaudeutschen Landsmannschaft Speyer

Bei der Donaudeutschen Landsmannschaft in Speyer wird seit 1975 ein Maibaum aufgestellt. Gründe hierfür waren das eigene Vereinsheim mit viel Platz, eine große Jugendgruppe mit einer aktiven Jugendarbeit und mit viel Begeisterung für das Brauchtum. Der Ursprung, Sinn und Zweck des Maibaums ist in den germanischen Mythen und im Mittelalter zu finden. Wobei der Maibaum einerseits das Ende des Winters anzeigte und mit dem Beginn des Frühlings für Fruchtbarkeit und Wachstum in der Landwirtschaft sorgen und vor jeglichem Unheil, wie Ungeziefer und Unwetter schützen sollte. Andererseits war der Maibaum auch ein Zeichen für die Zuneigung zweier Menschen und so war es üblich der Angebeteten einen Maibaum vor dem Haus aufzustellen. In jedem Fall war die Aufstellung eines Maibaumes mit einem Fest verbunden und dieses Fest hat in Speyer jedes Jahr ungefähr den gleichen Ablauf:

Am Tag vor dem 1. Mai gehen die Jugend und die jung gebliebenen Männer in den Wald um den Maibaum zu holen. Zuvor wurde diese Aktion mit dem Förster besprochen. Dort angekommen wird ein schöner Baum ausgesucht. Nach eingehender Diskussion über die Größe, die Krone, den Wuchs und den Weg um den Baum zwischen den Bäumen herauszubringen wird den Baum gefällt. Danach entastet und auf einen Weg zum Transport getragen. Bereits kann es zu Zwischenfällen kommen. So ist uns schon die Spitze abgebrochen, oder der Baum war doch zu klein, oder auch zu schwer, oder er blieb in den Ästen eines anderen Baumes hängen oder er verklemmte sich zwischen den anderen Bäumen und wir mussten mit der Säge nachhelfen. Der Transport vom Wald zu unserem Vereinsheim erfolgte in den Anfangsjahren auf den Schultern der Teilnehmer, wobei öfters ein Halt eingelegt werden musste (hauptsächlich wegen Durst). Als uns der Weg zu weit wurde, haben wir uns dann auf einen Anhänger ein Drehgestell montiert, den Baum darauf befestigt und einen Sackkarren als Nachlauf zum Steuern mitgezogen. In beiden Fällen erfolgte der Transport über öffentliche Straßen und sorgte bei dem übrigen Verkehrsteilnehmer immer für eine willkommene Aufheiterung.

Bis vor ein paar Jahren wurde der Maibaum dann an die Jugendgruppe übergeben, die eine Nachtwache auf dem Gelände des Haus Pannonia abhielt. Neben einem Lagerfeuer standen auch Zelte bereit, in der die Jugendlichen der Jugendgruppe die Nacht verbracht haben um den Baum zu beschützen. Dass es am nächsten Tag auch wirklich zu einem Fest kommen konnte.

Am 1. Mai wurde der Baum mit einem Kranz und bunten Bändern von den Kindern und Jugendlichen der Trachtengruppe geschmückt und nach dem Mittagessen, dass von der Landsmannschaft jedes Jahr zubereitet wird, unter Musikbegleitung und mit vielen wohlgemeinten Ratschlägen aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte auf Kommando mit langen Stangen, zur Sicherung mit einem Zugseil und viel männlicher Kraft. Sobald der Baum steht dürfen dann auch die Kinder ran und zeigen ihre Tänze in den Trachten auf dem Platz vor dem Haus Pannonia.

Die folgenden Bilder sind von der Aufstellung des Maibaums im Jahr2008 und 2010. Aber auch in diesem Jahr wird wieder ein Maibaum in gleicher Art und Weise aufgestellt.

Text: Paul Nägl, Mariana Peric-Kirschenheuter

Fotos: Paul Nägl, Roger Rachl Fotografie

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